Daniel G. Stephan

Kurzversion: lehrt, schreibt, beobachtet, gestaltet


Langfassung: Ich wollte immer wie Jim Kirk sein. Musste aber feststellen, dass mehr Picard in mir steckt. Was das genau heißt, kann man in drei Staffeln Star Trek TOS, sieben Staffeln TNG und in diversen Spielfilmen herausfinden. Doch bevor Sie in den Weltraum aufbrechen, biete ich noch einige erläuternde Worte darüber, was und wen Sie hier eigentlich vorfinden – jenseits von popkulturellen Analogien.

Ich habe mich bisher mit so einigem beschäftigt und das in ziemlich unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern.
Es war allerdings schon immer die Erzählung, die in allem steckte. Unbewusst. Nun bewusst. Dazu aber mehr am Ende.

Hier nun finden diese Felder eine gemeinsame Plattform außerhalb meines Kopfes. Die Website dient mir einerseits, um nach Außen zu kommunizieren und andererseits, um nach Innen mein Schaffen zu ordnen und dadurch zu reflektieren. Das Internet sozusagen als Introspektion mit Selektionsvorgaben zum Zwecke der Komplexitätsreduktion und der Eigenwerbung. Ist aber keine Dauerwerbesendung. Die Seite kann jederzeit verlassen werden. Zum Beispiel, um Star Trek zu schauen.

Was also mache ich?

Wissen, Gedanken und Beobachtungen zu vermitteln war schon seit Beginn meines beruflichen Werdegangs ein Teil von mir. Dass ich aber schließlich Lehrer – für die Fächer Kunst und Musik mit den Schwerpunkten Medien und Sonderpädagogik – werden würde, hätte ich nie gedacht. Die Toulouse-Lautrec-Schule in Berlin-Reinickendorf, an der ich bereits viele Jahre lang mit Projekten und Fortbildungen präsent war, ist nun der Ort der Bestimmung.

Als diplomierter Schnittmeister (heißt: Filmeditor) der Filmhochschule „Konrad Wolf“ editier(t)e ich zahlreiche Formate vom Musikvideo bis zum Kinospielfilm und setze mich auch auf theoretischer Ebene mit dieser Kunst auseinander.

Über 20 Jahre lang engagierte ich mich als Medienpädagoge in der Förderung der Medienkompetenz an Schulen und leitete dort praktische, theoretische und künstlerische Projekte. Mein Zielpublikum waren dabei Kinder und Jugendliche mit den Förderschwerpunkten geistige Entwicklung, Lernen, körperlich-motorische Entwicklung und Autismus. Aber auch an Schulen ohne sonderpädagogischen Fokus war ich tätig.

Irgendwann hatte ich eine Zeit lang Kommunikationsdesign studiert. Doch eigentlich wollte ich immer zum Film, und schließlich habe ich das Studium abgebrochen (Das Leben ist zu jeder Zeit ein Erkenntnisprozess). Die Gestaltung von Foto- und Grafikarbeiten jedoch blieb. Sie hielt mich vor allem in den Anfangsjahren als Freiberufler finanziell am Laufen und ist mit den Jahren zu einer willkommenen Abwechslung in meinem Berufsleben geworden.

Den Funken für mein soziologisches Interesse hat seinerzeit Bernd Ternes entfacht, dessen Seminar in besagter Zeit des Designstudiums (an der BTK) mitunter das Spannendste war, was ich in meiner Studentenlaufbahn erlebt habe.

Einmal an Gesellschaftswissenschaften Blut geleckt, führten sie mich zu einer intensiven persönlichen und andauernden Auseinandersetzung mit Niklas Luhmanns Theorie Sozialer Systeme. Wenn es etwas gibt, das ich als „mind-blowing“ bezeichnen würde, dann Luhmanns Beobachtung unserer Gesellschaft (… und die Tanzchoreografie von Michael Jacksons „Smooth Criminal“. Da explodiert mir auch der Kopf.)

Seitdem gehen künstlerisches Schaffen, die theoretische Reflexion sowie die soziologische Forschung Hand in Hand mit wechselseitiger Neugierde und Befruchtung.

Ich bin sehr glücklich darüber, diese Symbiose zwischen Forschung und Praxis als Grundlage für meinen Lehrauftrag an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin nutzen zu können. Ferner empfinde ich es als ein Geschenk des Lebens, dass ich zusammen mit Ulf Kadritzke lehren durfte. Sein wohlwollender wie auch sorgenvoller und kritischer Blick auf die Gesellschaft prägte meine Sicht vor allem beim Thema der sozialen Gerechtigkeit.

Überhaupt hatte ich in meinem Leben eine Handvoll unfassbar toller Menschen, die mir in verschiedenen Lebensabschnitten und -bereichen geholfen haben, meinen Weg zu finden. Daher ist es mir ein Bedürfnis hier folgende Personen zu erwähnen:

Herbert Zander, Frau Behm, Frau Brandt, Harald Schulze, Sabine Raband, Jürgen Macpolowski, Elisabeth Uhl, Detlef Fluch, Pfr. Jürgen Peukert, Uta Eling, Tristan Straub

Was noch? Ich habe jahrelang in verschiedenen Kinos gearbeitet (der Delphi Filmpalast sei hier liebevoll erwähnt).
Die magische Atmosphäre von Filmtheatern, die Welten hinter der Leinwand, die Gespräche mit dem Publikum sind allesamt wundervolle Erinnerungen an eine Zeit, in der ich die Kinowelt aus dem Projektionsraum, hinter dem Tresen und am Eingang zum Saal erleben durfte.

Als Fachhändler für grafische Literatur habe ich Comicliebhaber*innen im Comicshop Modern Graphics beraten. Von 2019 bis 2021 leitete ich obendrein die Filiale im Prenzlauer Berg. Man findet mich dort ab und an immer noch vor, denn die Welt der Comics, die als sequenzielle Kunst eng verwand mit der Filmwelt ist, wird mich immer in ihren Bann ziehen.

Und damit wären wir bei dem, was das alles verbindet: Der Erzählung. Sie ist der rote Faden. Sie ist der Weg durch mein Leben. Sie ist die Karte des Entdeckers, der Leuchtturm im Nebel der Existenz. Ein Rätsel, das gelöst werden will; eine Kunst, die zum Staunen bringt. Uralt und immer wieder neu. Die Faszination für die Macht der Erzählung in unseren Leben ist es, was mich und mein Schaffen vorantreibt.

So habe ich schließlich angefangen, an eigenen Geschichten zu schreiben. Dies ist die nächste Etappe, das nächste unentdeckte Land.

Diese Webseite ist meine Möglichkeit, meine Erfahrung und meine Gedanken mit Ihnen zu teilen. Das tue ich auch in der Hoffnung, dass vielleicht der ein oder andere Artikel gerade die Kolleginnen und Kollegen aus der Lehre unter Ihnen dazu inspiriert, mit neuen Projektideen der jungen Generation einen Weg hin zu einer medialen Mündigkeit zu ebnen.

Es sind die Erzählungen, die uns verändern. Und wir verändern die Welt.

(…)
Wake up, all the teachers
Time to teach a new way
Maybe then they’ll listen
To what you have to say
′Cause they’re the ones who’s coming up
And the world is in their hands
When you teach the children
Teach ′em the very best you can

(…)

Aus „Wake up everybody“ von Harold Melvin & The Blue Notes
1975, Label: Philadelphia International

Hier noch eine Auswahl an obligatorisch-tabellarischen Eckpunkten meines Lebens:

/// STUDIUM
2006-2012Studium Filmmontage
HFF „Konrad Wolf“
2004-2005Studium Kommunikationsdesign
Berliner Technische Kunstschule
/// VORTRÄGE / PANELDISKUSSIONEN
Juli 2017  | PotsdamMontageforum der Filmuniversität Potsdam-Babelsberg
Titel: Über die Montage von „Rückenwind von vorn“
März 2016 | BerlinungeSCHNITTen – Gespräche mit Filmeditoren (BFS/VDFK)
Titel: Sprechen über Filmmontage
Okt 2015 | KölnFilm+ Forum für Filmschnitt und Montagekunst
Titel: Montage – Denken – Lernen
Nov 2011  | PotsdamMontageforum der HFF „Konrad Wolf“
Titel: Montage, Artikulation & System
Sept  2011 |  PotsdamTagung „Screening Sender“ der DG PuK
Titel: Montage und Sender – Selbstbeobachtung
Nov 2010  | KölnFilm+ Forum für Filmschnitt & Montagekunst
Titel: (De)montierte Rollenbilder
Mai 2010  |  BerlinJugendmedienfestival Berlin
Titel: Montage zocken! Nonlinearität von Montagekunst und Videospiel
Jan 2003  | BerlinTagung „Ein Bilderbogen Leben“ Ev. FH Berlin
Titel: Filmen mit geistig behinderten SchülerInnen
Dez 2002  | BerlinHumboldt Universität Abt. Geistigbehindertenpädagogik
Titel: Projektarbeit mit geistig behinderten am Beispiel des Projektes „TRES“
/// LEHRE
Seit 2021Toulouse-Lautrec-Schule
Lehrer für Kunst, Musik, Medien / Schwerpunkt Sonderpädagogik
2012 bis heuteHochschule für Wirtschaft und Recht  |  Studium Generale
Wirtschaft und Gesellschaft in Literatur und Film (Lehrauftrag)
2006 bis 2021Toulouse-Lautrec-Schule (freiberufl)
künstlerische Foto- , Videoprojekte, Medien- und Medienkompetenz-AGs für SchülerInnen mit dem Förderschwerpunkt geistige und motorische Entwicklung, Lehrerfortbildungen
2017Toulouse-Lautrec-Schule
Vertretungslehrer in den Fächern Deutsch, Englisch, Kunst, Ethik und Gesellschaftswissenschaften
in den Klassenstufen fünf bis neun 
Aug 2003International Film and Acting Camp | Ansung (Süd Korea)
Leitung Cinematography Workshop
März 2002International Film and Video Awards  | Hong Kong
Referent Media Educational Workshop
2001 bis heuteMedienpädagogische Projekte
an diversen Schulen und Medieneinrichtungen in Berlin und Brandenburg
/// PUBLIKATIONEN
„Gender formen“im Tagungsband „Gender – Medien – Screens
UVK Verlag  |   ISBN 978-3867644402
„Unsere Gesellschaft am Rande der Gesellschaft – Gedanken zu De Noorderlingen“
Beitrag im Soziologiemagazin „Plateau“
Eine-Causa-Verlag  |  ISSN 1861-4744
„Begegnungen auf Augenhöhe – Was sehen wir, was sehen andere?“im Buch „Kinder machen Kunst mit Medien“
KOPAED Verlag  |  ISBN 10 3-89861-185-X
„TRES – Ein Film von und mit geistig behinderten SchülerInnen“im Buch „Engagiert für Kultur“
Klartext Verlag  |  ISBN 3-89861-185-X
„Weltensichten – künstlerisches Projekt mit SchülerInnen mit geistigen Behinderungen“im Buch „Dieter Backe Preis  | Methoden und Konzepte medienpädagogischer
Projekte, Handbuch I“
GMK  |  ISBN 3-929685-37-X
„Montagedenken“Autor und Betreiber des Internet-Blogs
Texte über die Montagekunst (zw. 2010 und 2012)
/// AUSZEICHNUNGEN & NOMINIERUNGEN
2018„Rückenwind von vorn“ eröffnet die Sektion „Perspektive Deutsches Kino“ der 68. Berlinale und ist damit gleichzeitig für den Kompass-Perspektive-Preis nominiert.
2016Nominierung zum Schnittpreis in der Kategorie „Spielfilm“
Film Plus Festival für Montagekunst
für den Film „Liebe Mich
2014Best Editing in der Kategorie „feature film“
Tirana International Film Festival
für den Film „Liebe Mich“
2004Besondere Anerkennung
Dieter Baacke Preis
für die medienpädagogische Videoinstallation „Weltensichten“
2003Bronzener Clip
Jugendmedienfestival Berlin
für das medienpädagogische Filmprojekt „TRES“
2002Gruppenpreis des Bundesverbandes Audiovisuelle Medien
Deutscher Jugendvideopreis
für das Medienpädagogische Filmprojekt „TRES“
1997 Publikumspreis
Berliner Medienfestival für Kinder und Jugendliche
für den Videofilm „Das Portrait“

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